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„Die Wege des Herrn“ auf Arte

Medienbischof lobt Arte-Pfarrerserie

Zwischen Johannes (li, Lars Mikkelsen) und Elisabeth (re, Ann Eleonora Jørgensen ) läuft es nicht gut, Liv (Mitte, Yngvild Støen Grotmol) steht zwischen ihnen

Zwischen Pfarrer Johannes (li, Lars Mikkelsen) und Elisabeth (re, Ann Eleonora Jørgensen ) läuft es nicht gut, Liv (Mitte, Yngvild Støen Grotmol) steht zwischen ihnen. Johannes will, dass sich Elisabeth zwischen ihm und Liv entscheidet.

Medienbischof und Kirchenpräsident Volker Jung hat viel Lob für die Pfarrerserie „Die Wege des Herrn“ auf Arte. Sie sei thematisch dicht dran an aktuellen Fragen - die Pfarrertypen hält er jedoch für etwas überspitzt.

Die dänische Pfarrer-Serie „Die Wege des Herrn“ (Arte) ist nach Ansicht des evangelischen Medienbischofs Volker Jung „sehr dicht dran an den Fragen unserer Zeit“. Sie löse Probleme nicht in irgendwelchen Formen einer vermeintlichen Berufsidylle auf, sagte Jung dem Evangelischen Pressedienst (epd). Das unterscheide sie deutlich von den meisten bisherigen deutschen Pfarrerserien. Im Mittelpunkt der recht düsteren Filmreihe steht der charismatische und engagierte Pfarrer Johannes Krogh, der angesichts von Schicksalsschlägen und Misserfolgen mit seinem Gott hadert und an ihm zweifelt.

Typ wie Pfarrer Krogh in der Realität eher selten

Ein Typus wie Krogh dürfte in dieser Zuspitzung in der Realität eher selten vorkommen, sagte Jung. Dennoch vereine er manches in sich, das bestimmt auch in der Wirklichkeit zu finden sei. „Bei ihm stehen eine eher konservativ geprägte Theologie, eine persönliche Gottesunmittelbarkeit und dann wieder liberale Züge ziemlich unvermittelt nebeneinander“, sagte der Medienbischof der Evangelische Kirche in Deutschland (EKD). Im Kontrast dazu stehe Kroghs Versagen als Ehemann und Familienvater. „Dazu kommt, dass er Alkoholprobleme hat und fremdgeht. Das ist schon ziemlich viel auf einmal.“

Kirchenpräsident gefällt die Serie

Lars Mikkelsen, ein hervorragender Schauspieler, fülle diese Rolle mit all ihren Facetten sehr überzeugend aus, lobte Jung. Überhaupt sei die Serie unterhaltsam und interessant gemacht. „Neben der Handlung gefällt mir vor allem die Bildsprache sehr gut.“

Als eher problematisch bezeichnete der Theologe, der Kirchenpräsident der hessen-nassauischen Landeskirche ist, die im Film aufgezeigten Alternativen zur Zukunft der Kirche. Sie seien „auf gar keinen Fall“ zutreffend beschrieben. Krogh will auf Kirchenaustritte kämpferisch reagieren. Bischöfin Monica, der er im Rennen um das Bischofsamt unterliegt, setzt auf zeitgemäße Angebote und ist im Übrigen entschlossen, zu wenig genutzte Kirchen zu schließen.

Zuordnung der Geschlechter problematisch klischeehaft

Schwierig sei hier auch die Zuordnung der Geschlechter, sagte Jung: „Der bekenntnisstarke Mann, der vermeintlich Traditionelles mit kämpferischer und zugleich innerlicher Frömmigkeit vertritt, und ihm gegenüber eine eher kühle, klug taktierende, modernistische und an der Ökonomie orientierte Frau. Das sind nun wirklich sehr problematische Klischees.“

Der Film über Tragödien im Pfarrhaus stammt von Adam Price (Buch), dem Hauptautor der dänischen Erfolgsserie „Borgen“ (2010-13), und Kaspar Munk (Regie). Sein Titel - im Original „Herrens Veje“ - lehnt sich an ein Bibelwort an: „Die Wege des Herrn sind unergründlich“ (Römer 11,33). Die letzten Folgen der ersten Staffel sind am Donnerstagabend auf Arte zu sehen, alle zehn Episoden noch bis zum 29. Dezember in der Mediathek.

Die Wege des Herrn in der Arte-Mediathek

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